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September 2010
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The Orange Feeling

…”Warum mach ich das hier eigentlich?”…
…”Jedesmal der gleiche Horror, ich kann nicht mehr!”…
…”Jetzt einfach stehn bleiben?”…

Paul Kuchel, 6ter Kilometer , ø 189 HF

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Frühstück zwischen Tür und Angel

Willkommen zum Tag meines 10km Wettkampfs beim SportScheck Stadtlaufs 2010. Mit dem Wetter hatte es uns Läufer, mit milden 12 Grad und bewölktem Himmel, super erwischt. Hätte es gestern die gleichen Temperaturen wie an den vorhergehenden Tagen gegeben, wäre das schon eine unheimliche Belastung für Körper und Geist gewesen. Mit einem selten so mulmigen Gefühl lief ich mit Christian die ca. 3 Kilometer von zu Hause aus, gleich als Warmup bis zum Event. Mulmig deshalb, weil ich noch nie so unvorbereitet war. Kein wochenlanges Training, keine mentale Stimmung zum Schaffen… nicht mal ausgeschlafen war ich. Nachdem ich noch bis für um 3 Uhr meinem Nebenjob im Dresdner Nachtleben nachging, hatte ich gerade mal fünf Stunden im Bett gelegen. Noch dazu hatte ich von Freitag noch meinen Brennr-Muskelkater von den 27 Mexiko-Kilometern in den Beinen. Alles andere als optimale Bedingungen, um die erste persönliche Bestzeit in einem 10K-Lauf aufzustellen. Auf meinen Toast zum Frühstück malte ich mit Honig meine gewünschte Zielzeit, in der Hoffnung ich würde sie dann besser verinnerlichen.  Diese war von 45min nun schon auf 50 gesunken. Doch das ganze gejammer nützt ja nun alles nichts… denn wer das orange Shirt trägt, der MUSS laufen. ;)

Nach dem Startschuss gab es das übliche Stop & Go Gedränge. Als wirklich sehr unerfreulich stellte sich die alternative Startstrecke im Vergleich zum vergangenem Jahr heraus. Wie wir letztes Jahr noch über den Theaterplatz gelaufen sind, so wurden wir diesmal auf der Ostra-Allee durch anfangs enge abgezäunte Passagen gezwängt. Wer also nicht ziemlich weit vorne gestartet ist, der hatte so wie ich massig Probleme schnell Plätze aufzuholen. Als sich die Massen auflockerten legte ich dann den Schnellgang ein und war lange Zeit am überholen. Nach ca. 5 Kilometern bekam ich dafür dann die Quittung. Die Beine wurden schwer und mein Kopf begann sich plötzlich Gründe für ein plötzliches Totalversagen zusammen zu legen. Auch die Sonne hatte sich inzwischen gezeigt und versuchte uns für einen kurzen Teil der Strecke die Hölle heiß zu machen. Jede Parkbank die ich sah, verwandelte sich für mich in eine rettende Insel zum pausieren. Doch da hörte ich plötzlich die Stimme Joey Kellys in mir…

EINE NIEDERLAGE IM SPORT, IST AUFGEBEN OHNE GRUND!!!

Warum jetzt aufhören? Einfach mal den inneren Schweinehund quälen. Klar tuts weh! Klar ist es anstregend! Aber jetzt muss man sich eben mal auf die Zähne beissen. Bei einem Blick auf die Uhr wurde mir plötzlich wieder bewusst, das ich vor 25 Minuten mal mit einer Zeilzeit diese Reise angetreten habe. Gas geben war jetzt gefragt, einfach noch eine Schippe drauf legen und hoffen, heil anzukommen. Schmerz ist eh nur Schwäche die den Körper verlässt!!!

Die darauf folgenden Kilometer waren gefüllt mit Temporausch und Glücksgefühlen. Wahrscheinlich bin ich immer noch recht langsam gelaufen, aber wenn man im Kopf einmal einen Schalter umgelegt hat, dann ist das erleben ein ganz anderes. Mit einem Puls von 205 rannte ich ins Ziel, dicht gefolgt von Christian. Ich hatte meine erhofften 50 Minuten mit 48:10 min erfolgreich unterboten. Angesichts der Tatsache das ich in dieser KM-Geschwindigkeit letztes Jahr einen HM geschafft habe war das vielleicht keine Applaus wert, aber überlebt habe ich es alle male.

Mfg Paule

Christian und ich beim Finisher-Bier

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